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Künstlergut Prösitz

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Das Künstlergut Prösitz befindet sich ca. vier Kilometer von Mutzschen entfernt, direkt an einer Autobahnabfahrt. Es ist sowohl privater Wohnsitz der Familie Hartwig – Schulz als auch Sitz des Vereins. Aus einer Selbsthilfegruppe von Absolventen der Kunsthochschule Dresden entstand das Künstlergut Prösitz. Die Gruppe initiierte mit Hilfe des Bundes für Bildende Künstler das Projekt zum gemeinsamen Arbeiten und Leben auf dem Bauernhof Prösitz, das 1994 zur Vereinsgründung führte. Der Verein verfolgt das Ziel, das Künstlergut zu einem lebendiges Künstlerhaus zu entwickeln.
Der frühere Bauernhof besteht aus drei Gebäuden mit einem Anbau, Hof sowie Gartenflächen. Der schlechte Zustand des Objektes und die unzureichenden sanitären Anlagen erforderten in den ersten Jahren die Sanierung der schwerwiegensten Mängel an allen drei Gebäuden. Dabei wurde und wird immer auf eine Instandsetzung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten sowie eine landschaftliche Integration des Hofes wertgelegt. So wurden die Fassaden und Eingänge der Gebäude, die Außenanlagen sowie die Säulen im Innenbereich 1998 nach historischen Vorlagen saniert.
In den vergangenen Jahren verbesserten sich durch zahlreiche Sanierungsarbeiten schrittweise die Lebens- und Arbeitsbedingungen. Es wurde eine Stallwerkstatt errichtet und die Tenne als Projektraum erschlossen. Zu den räumlichen Werkstätten gehören weiterhin Freiluft-, Winter- und Sommeratelier sowie ein Werkzeugmagazin im Künstlerhaus. Da die maschinelle Ausrüstung noch ungenügend ist, benötigt man die Hilfe und Unterstützung von benachbarten Firmen.
Derzeit verfügt das Künstlergut Prösitz über zwei Zimmer zur Unterbringung von Künstlerinnen mit Kindern und ein Zimmer für Praktikantinnen oder andere Personen. Küche und Atelier dienen als gemeinsamer Aufenthaltsraum und Treffpunkt für die Gäste.
Im Vergleich mit anderen Künstlerhäusern in Deutschland ist die gestellt Aufgabe einmalig, jungen Bildhauerinnen mit Kindern Arbeitsmöglichkeit zu bieten und Öffentlichkeitsangebote zu machen. Zur Betreuung der Kinder wird die örtliche Kindertagesstätte und bei schulpflichtigen Kindern die Schule bzw. der Hort in Mutzschen genutzt. Zusätzlich steht eine Teilzeitangestellte zur Verfügung. Darüber hinaus beschäftigt das Künstlergut derzeit fünf Mitarbeiter. Dazu zählen die Geschäftsführerin
Frau Ute Hartwig – Schulz, zwei Mitarbeiter zur Pflege der Außenanlagen und zur Betreuung des technischen Bereichs (finanziert über ABM), eine Mitarbeiterin für die Wahrnehmung von Verwaltungsaufgaben (finanziert über SAM), sowie eine Mitarbeiterin im freiwilligen sozialen Jahr. Hin und wieder werden Personen beschäftigt, die ihre vom Gericht auferlegten sozialen Stunden ableisten oder über Weiterbildungsmaßnahmen eingestellt werden.
Zu den Kernaufgaben gehört die Unterstützung von Künstlerinnen mit Kindern, insbesondere Bildhauerinnen. Vision ist es, die Kunst und ihren ideellen Wert zu fördern sowie die Leistung und Ergebnisse der Künstlerinnen bekannt zu machen.
Des weiteren gehören zu den Aufgaben die Förderung von Frauen durch ein öffentliches Angebot, durch das Mitwirken in Frauen- und Mädchenprojekten sowie durch die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen. Zu den vorrangigen Zielgruppen des Vereins zählen deshalb „gesellschaftlich benachteiligte wie Frauen mit kleinen Kindern“.
Ansatzpunkt ist die noch immer vorhandene gesellschaftliche Benachteiligung von Frauen, wenn sie die Elternzeit mit beruflicher Weiterentwicklung koppeln wollen. Da für Künstlerinnen mit Kleinkindern herkömmliche Förderungsformen, z.B. Plenair und Studienreisen, ungeeignet und sie dadurch vom Kunstmarkt isoliert sind, will der Verein diese Lücke in der Ausbildung von Künstlerinnen schließen. Ein Aufenthalt und eine Teilnahme am Bildhauersymposium im Künstlergut ermöglicht den Frauen einen intensiven Gedanken- und Erfahrungsaustausch, gegenseitige Unterstützung bei der Bewältigung technischer Aufgaben im Schaffungsprozess und die gemeinsame Gestaltung von Ausstellungen und Dokumentationen.
Für die Zukunft sind die Sanierung und der Ausbau am Seitengebäude sowie weitere Innenausbauten geplant, was eine Kapazitätserweiterung um vier Apartments ermöglicht. Das Kaminzimmer im Erdgeschoss des Künstlerhauses soll zum Empfang wichtiger Personen hergerichtet werden und zwar so, dass es das Ambiente und die Dynamik des Künstlergutes widerspiegelt. In diesem Zusammenhang sollen auch Form- und Metallwerkstätten entstehen.
Unter Wahrung der oben genannten Zielsetzung liegen die Aufgabenschwerpunkte des Vereines bei Bildhauerinnensymposien und den Werkstattaufenthalten für nationale sowie internationale KünstlerInnen. Die Nachfrage nach solchen Werkstattaufenthalten mit Kindern ist weitaus höher als das Angebot und liegt bei durchschnittlich zehn Anfragen pro Monat. Daneben bietet das Künstlergut Hausseminare zum plastischen und keramischen Gestalten sowie Praktika und Arbeitsmaßnahmen in der bildenden Kunst an.
Der Verein nimmt weiterhin gestalterische Aufgaben in öffentlichen Räumen wahr. So beteiligt sich das Künstlergut u.a. an dem Projekt „Kunst statt Kohle“, das zehn landschaftsgestalterische Kunstobjekte umfasst. Eins der Land – Art – Projekte heißt VINETA und befindet sich auf dem zukünftigen Störmthaler See. Andere Projekte sind die bereits realisierten Dorfplatzgestaltungen in Zschoppach und Prösitz.
Eine wichtige Arbeitsgrundlage bildet das Engagement auf regionaler und auf überregionaler Ebene. Die Mitarbeit in verschiedenen Gremien (Kulturrat) und Netzwerken (Regionalmanagement) sowie die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen (z.B.GEDOK-Sachsen und Bundeskulturelle Jugendbildung) und Einrichtungen (z.B.Käthe-Kollwitz-Gedenkstätte, Hochschulen und Justizvollzug) sind ein wesentlicher Bestandteil der täglichen Arbeit. Sie tragen zur Realisierung der Ziele des Vereins bei und unterstützen das Streben nach einer Symbiose zwischen sozialer und künstlerischer Leistung im Zusammenhang von gesellschaftlicher Wirksamkeit.
Die Vorhaben und Aktivitäten des Vereins werden zurzeit zu 50 Prozent aus der Landesförderung über den Kulturraum, zu 40 Prozent aus der Bundesförderung, im wesentlichen über das Arbeitsamt, und lediglich zu 10 Prozent durch Sponsoren, die teilweise wiederum Vereinsmitglieder sind, finanziert. Dies macht deutlich, dass das Künstlergut bei der Finanzierung stark von der Vergabe öffentlicher Mittel abhängig ist. Angesichts zunehmend leerer Staatskassen besteht dadurch die Gefahr, Mittel in Zukunft nicht im ausreichenden Umfang zur Verfügung zu haben. Um diese Abhängigkeit zu entschärfen und die für die Zukunft geplanten Maßnahmen realisieren zu können, ist der Aufbau neuer Sponsoringbeziehungen notwendig.
Um die Qualität des Angebots zu verbessern, ist der weitere Ausbau des Seitengebäudes eine der Hauptaufgaben der Vereinsarbeit. Um dieses Ziel realisieren zu können, ist die Gründung einer Stiftung und die Überführung der Häuser in das Stiftungsvermögen geplant.

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Kontakt

Telefon: +49 34385 51315
Telefon: +49 34385 52447
kuenstlergut@gmail.com
http://kuenstlergut-proesitz.de

Adresse

Künstlergut Prösitz
Prösitz 1
04668 Grimma


Besuche sind auch jederzeit nach Voranmeldung möglich

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